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12. sks-Börsenapéro mit Prof. Dr. Franz Jaeger

Zurück zur Freiheit mit Verantwortung!

Der 12. Börsenapéro der Sparkasse Schwyz vom vergangenen Mittwochabend im MythenForum Schwyz stand ganz im Zeichen Franz Jaegers. Der eloquente und streitbare Professor der Universität St. Gallen sprach vor über 220 Zuhörerinnen und Zuhörern zum Thema «Wirtschaftsstandort und Finanzplatz Schweiz: Quo vadis?». Wie gewohnt nahm er kein Blatt vor den Mund wehrte sich gegen die Regulierungswut in unserem Land.

Gegen Ende seiner Ausführungen liess es sich Prof. Dr. Franz Jaeger nicht nehmen, den Anwesenden ins Gewissen zu reden: «Bevor wir heute ein neues Gesetz einführen, sollten wir zuerst zwei bestehende Gesetze abschaffen. Ich fordere darum wieder mehr Freiheit in Verantwortung.» Mit diesen deutlichen Worten stiess der ehemalige Nationalrat (Jaeger politisierte für den Landesring der Unabhängigen bis 1995 während 24 Jahren in der grossen Kammer) beim Publikum auf hörbare Zustimmung.

Prof. Dr. Franz Jaeger am 12. sks-Börsenapéro vom 24. November 2004 im MythenForum Schwyz

Prof. Dr. Franz Jaeger sieht die Zukunft der Schweiz als Wirtschafts-standort und Finanzplatz durchaus positiv, «wenn wir von uns allen nicht nur wieder mehr Leistung fordern, sondern diese auch tatsächlich erbringen.»

 

Grosswetterlage beeinflusst Schweiz

Zuvor hatte der Wirtschaftsprofessor die Gäste der Sparkasse Schwyz im Rahmen des 12. Börsenapéros während gut einer Stunde und in freier Rede auf einen Tour d’horizon durch die Welt der Ökonomie und Finanzen mitgenommen. Zu Beginn seiner Ausführungen analysierte Jaeger die weltwirtschaftliche Grosswetterlage und prognostizierte aufgrund der vorliegenden Daten eine langsame, aber sichere Wetterbesserung. «Ohne Kenntnis der globalen Verhältnisse», unterstrich der Wissenschaftler seine Erläuterungen, «kann sich auch ein kleiner Unternehmer in der Schweiz kaum mehr erfolgreich positionieren. Rund um den Globus ist alles und sind alle miteinander vernetzt.»

Produktivität bringt Wachstum

Dann ging Jaeger auf die Situation in Europa ein. Vor allem das mangelnde Wachstum in Zentraleuropa, sprich Deutschland, macht ihm Sorgen. «Wie wollen wir unsere ständig zunehmenden Wünsche (z. B. Löhne, AHV) ohne wirtschaftliches Wachstum erfüllen», fragte er die Zuhörer/-innen und wies damit auf die hiesige Situation hin. Jaeger erachtet ein jährliches Wachstum von 2.5 bis 3 Prozent als nötig, damit sich der Wirtschaftsstandort Schweiz auch in Zukunft im internationalen Wettbewerb behaupten kann. Um dieses Ziel zu erreichen, sei eine Steigerung der Produktivität unabdingbar: «Mit Hilfe der Produktivität können wir das Wachstum beschleunigen.»

Wachstumshemmer bekämpfen

Allerdings ortete Jaeger auch zwei «Wachstumshemmer»: 1. Immer mehr Aufgaben werden an die öffentliche Hand delegiert, was die Staats- und Fiskalquote munter in die Höhe treibt. 2. Es wird immer mehr reguliert, sodass wir in unserem engen Gesetzeskorsett kaum mehr atmen können: «Einzig unser Arbeitsmarkt ist noch nicht überreguliert. Diesen Vorteil dürfen wir uns nicht auch noch nehmen lassen.»

Potenziale ausschöpfen

Potenziale sieht der Wirtschaftsprofessor hierzulande vor allem in der Stabilität auf politischer und monetärer Ebene. Als eigentlichen Konjunkturmotor bezeichnete er den Exportsektor, zu dem auch die Finanzindustrie gehört. «Wir sind einer der grössten Kapitalexporteure», so Jaeger, «hier spielt die Schweiz in der Champions League.» Mit 16 Prozent Anteil an der gesamten Wertschöpfung in der Schweiz steht die Finanzdienstleistungsbranche denn auch an der Spitze.

Finanzplatz verteidigen

Doch der Erfolg bringt auch Neider, die den Finanzplatz Schweiz schwächen wollen. Der St. Galler wies in diesem Zusammenhang auf das Bankkundengeheimnis oder das Geldwäschereigesetz hin. Jaeger sieht des Weiteren im Beitritt zu Schengen Probleme für unser Land und kann mit «Basel II» nichts anfangen. Damit beantwortete er auch die in seinem Referattitel gestellte Frage «Wirtschaftsstandort und Finanzplatz Schweiz: Quo vadis?» und mahnte eindringlich: «Wir müssen unseren Finanzplatz verteidigen und dürfen die Werte, die uns erfolgreich gemacht haben, nicht preis geben.»

Als Lohn für seine interessanten und kompetenten Darlegungen durfte Prof. Dr. Franz Jaeger einen minutenlangen Schlussapplaus entgegen nehmen.


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Vortrag von Prof. Dr. Franz Jaeger

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