12. sks-Börsenapéro mit Prof. Dr. Franz Jaeger
Zurück zur Freiheit mit Verantwortung!
Der 12. Börsenapéro der Sparkasse Schwyz vom vergangenen
Mittwochabend im MythenForum Schwyz stand ganz im Zeichen
Franz Jaegers. Der eloquente und streitbare Professor der
Universität St. Gallen sprach vor über 220 Zuhörerinnen und
Zuhörern zum Thema «Wirtschaftsstandort und Finanzplatz
Schweiz: Quo vadis?». Wie gewohnt nahm er kein Blatt vor den
Mund wehrte sich gegen die Regulierungswut in unserem Land.
Gegen Ende seiner Ausführungen liess es sich Prof. Dr.
Franz Jaeger nicht nehmen, den Anwesenden ins Gewissen zu
reden: «Bevor wir heute ein neues Gesetz einführen, sollten
wir zuerst zwei bestehende Gesetze abschaffen. Ich fordere
darum wieder mehr Freiheit in Verantwortung.» Mit diesen
deutlichen Worten stiess der ehemalige Nationalrat (Jaeger
politisierte für den Landesring der Unabhängigen bis 1995
während 24 Jahren in der grossen Kammer) beim Publikum auf
hörbare Zustimmung.
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Prof. Dr. Franz Jaeger sieht die
Zukunft der Schweiz als Wirtschafts-standort und
Finanzplatz durchaus positiv, «wenn wir von uns allen
nicht nur wieder mehr Leistung fordern, sondern diese
auch tatsächlich erbringen.» |
Grosswetterlage beeinflusst Schweiz
Zuvor hatte der Wirtschaftsprofessor die Gäste der
Sparkasse Schwyz im Rahmen des 12. Börsenapéros während gut
einer Stunde und in freier Rede auf einen Tour d’horizon durch
die Welt der Ökonomie und Finanzen mitgenommen. Zu Beginn
seiner Ausführungen analysierte Jaeger die weltwirtschaftliche
Grosswetterlage und prognostizierte aufgrund der vorliegenden
Daten eine langsame, aber sichere Wetterbesserung. «Ohne
Kenntnis der globalen Verhältnisse», unterstrich der
Wissenschaftler seine Erläuterungen, «kann sich auch ein
kleiner Unternehmer in der Schweiz kaum mehr erfolgreich
positionieren. Rund um den Globus ist alles und sind alle
miteinander vernetzt.»
Produktivität bringt Wachstum
Dann ging Jaeger auf die Situation in Europa ein. Vor allem
das mangelnde Wachstum in Zentraleuropa, sprich Deutschland,
macht ihm Sorgen. «Wie wollen wir unsere ständig zunehmenden
Wünsche (z. B. Löhne, AHV) ohne wirtschaftliches Wachstum
erfüllen», fragte er die Zuhörer/-innen und wies damit auf die
hiesige Situation hin. Jaeger erachtet ein jährliches Wachstum
von 2.5 bis 3 Prozent als nötig, damit sich der
Wirtschaftsstandort Schweiz auch in Zukunft im internationalen
Wettbewerb behaupten kann. Um dieses Ziel zu erreichen, sei
eine Steigerung der Produktivität unabdingbar: «Mit Hilfe der
Produktivität können wir das Wachstum beschleunigen.»
Wachstumshemmer bekämpfen
Allerdings ortete Jaeger auch zwei «Wachstumshemmer»: 1.
Immer mehr Aufgaben werden an die öffentliche Hand delegiert,
was die Staats- und Fiskalquote munter in die Höhe treibt. 2.
Es wird immer mehr reguliert, sodass wir in unserem engen
Gesetzeskorsett kaum mehr atmen können: «Einzig unser
Arbeitsmarkt ist noch nicht überreguliert. Diesen Vorteil
dürfen wir uns nicht auch noch nehmen lassen.»
Potenziale ausschöpfen
Potenziale sieht der Wirtschaftsprofessor hierzulande vor
allem in der Stabilität auf politischer und monetärer Ebene.
Als eigentlichen Konjunkturmotor bezeichnete er den
Exportsektor, zu dem auch die Finanzindustrie gehört. «Wir
sind einer der grössten Kapitalexporteure», so Jaeger, «hier
spielt die Schweiz in der Champions League.» Mit 16 Prozent
Anteil an der gesamten Wertschöpfung in der Schweiz steht die
Finanzdienstleistungsbranche denn auch an der Spitze.
Finanzplatz verteidigen
Doch der Erfolg bringt auch Neider, die den Finanzplatz
Schweiz schwächen wollen. Der St. Galler wies in diesem
Zusammenhang auf das Bankkundengeheimnis oder das
Geldwäschereigesetz hin. Jaeger sieht des Weiteren im Beitritt
zu Schengen Probleme für unser Land und kann mit «Basel II»
nichts anfangen. Damit beantwortete er auch die in seinem
Referattitel gestellte Frage «Wirtschaftsstandort und
Finanzplatz Schweiz: Quo vadis?» und mahnte eindringlich: «Wir
müssen unseren Finanzplatz verteidigen und dürfen die Werte,
die uns erfolgreich gemacht haben, nicht preis geben.»
Als Lohn für seine interessanten und kompetenten
Darlegungen durfte Prof. Dr. Franz Jaeger einen minutenlangen
Schlussapplaus entgegen nehmen.
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