11. sks-Börsenapéro der Sparkasse Schwyz mit Hans Kaufmann
«Es gibt Anzeichen für einen klaren Aufschwung!»
225 Personen hatten sich am vergangenen Montagabend, 9.
Februar 2004, im MythenForum Schwyz zum 11. sks-Börsenapéro der Sparkasse
Schwyz eingefunden. Sie wurden von Finanzanalyst Hans Kaufmann
unter dem Titel «Wirtschaft und Börse 2004/05» aus erster Hand
über die zu erwartenden Entwicklungen informiert. Zu Beginn des Abends wartete Bruno Reichmuth,
Stellvertretender Direktor der Sparkasse Schwyz, mit einer
Überraschung auf. Quasi im Vorprogramm präsentierte
Weinhändler Jakob Schuler von der Schuler St. JakobsKellerei
Seewen am Beispiel des Castello di Meleto in der Toskana sein
Modell der Weingüter-Beteiligungen. Indem man
Partizipationsscheine erwirbt, ist man Mitbesitzer eines
Weinguts und bezieht – bei einer garantierten jährlichen
Nettorendite von 8.6% – Genusscoupons, die man in Form von
Wein einlösen kann. Die Frage, ob eine solche Beteiligung eine
Alternative zu herkömmlichen Anlagen sei, beantwortete Schuler
gleich selbst: «Nein, denn hier handelt es sich um eine
besonders schöne Art der Partizipation, bei welcher der Gewinn
nicht aus Geld, sondern aus Genuss besteht!» Die Wirtschaft erholt sich
Eindeutig ums Geld ging es dann im rund einstündigen Referat
von Hans Kaufmann, Unternehmer und Inhaber der «Kaufmann
Research AG» in Wettswil am Albis. Der gebürtige Luzerner
machte am Kollegium Schwyz die Matura und bildete sich an der
Uni Zürich zum Betriebswirtschafter lic. oec. publ. aus. Er
arbeitete in verschiedenen Finanzinstituten und analysierte
dort unter anderem Aktien. Zuletzt war er als Chefökonom der
Bank Julius Bär für die Anlagestrategie Schweiz
verantwortlich. Seit 1999 Nationalrat, sitzt Hans Kaufmann in
der Finanzkommission sowie der Kommission für Wirtschaft und Abgaben.
Zunächst erläuterte der Analyst die wirtschaftliche
Entwicklung der vergangenen Jahre und den gegenwärtigen Status
Quo: «Während bei den Schweizer Aktien die Jahre 2001 und 2002
zu den schlechtesten fünf Perioden der letzten 75 Jahre
gehörten, zählt das Börsenjahr 2003 zu den zwölf Besten!» Und
weiter: «Fragt man die Schweizer Börse 2003, so erholt sich die Wirtschaft derzeit.» Optimisten versus Pessimisten
Bei den Aussichten zeigte Kaufmann zwei Standpunkte auf: Die
Optimisten sehen einen Nachholbedarf bei Konsum und
Investitionen. Sie erwarten, dass sich die vergangenen
Finanzverluste nicht wiederholen und sich die
Währungssituation verbessert. Die Pessimisten prognostizieren
u. a. Überkapazitäten, Arbeitslosigkeit, Defizit- und
Schuldenwirtschaft des Staates, eine Sanierung der
Pensionskassen, die auf den Konsum drückt, und steigende
Zinsen.
Gemäss Kaufmann werden im laufenden Jahr fünf Themen die
Anlagediskussion bestimmen: Inflation, Zinswende,
Europa-Konjunktur, EU-Erweiterung und der Dollar. 2004 erhöht sich Aktiengewinn
Am Beispiel der US-Wirtschaft zeigte der Börsenexperte auf,
wie gross die Abhängigkeit der Weltwirtschaft von Nordamerika
ist. In den USA wird derzeit massiv investiert und auch der
Bausektor boomt: «Europa hinkt in der Regel drei bis sechs
Monate hinter dieser Entwicklung zurück.» Kaufmann ist
überzeugt, dass in der Schweiz 2004 die konjunkturelle
Talsohle durchschritten sein wird: «Es gibt Anzeichen für
einen klaren Aufschwung!» Dies gilt seiner Meinung nach auch
für Schweizer Aktien, deren Gewinne sich im laufenden Jahr deutlich erhöhen sollen. Anlagetipps aus erster Hand
Zu guter Letzt wollten die Anwesenden natürlich noch einige
Anlagetipps hören. Kaufmann empfahl erwartungsgemäss Titel wie
Novartis oder Nestlé. Etwas überraschender waren seine
Empfehlungen zum Kauf von Lonza, Zürich oder Rieter. Nach dem
gelungenen Referat offerierte die Sparkasse Schwyz im Foyer
des MythenForum Schwyz einen Apéro. Hier wurde Hans Kaufmann
von den Zuhörerinnen und Zuhörern regelrecht in Beschlag
genommen und über weitere Börsen-Geheimtipps ausgefragt.
Nach seinem ausgezeichneten Referat über «Wirtschaft und Börse 2004/05» war Hans Kaufmann ein begehrter Gesprächspartner.
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