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10. Börsen-Apéro der Sparkasse Schwyz mit Janwillem C. Acket
Am vergangenen Donnerstagabend, 24. April 2003, sprach Janwillem C. Acket,
Chefökonom der Julius Bär Gruppe, im MythenForum Schwyz beim
10. Börsenapéro der Sparkasse Schwyz über «Wirtschaftsperspektiven in Zeiten grosser Verunsicherung».
Er empfahl den mehr als 120 Zuhörer/-innen, bei Anlagegeschäften auf Qualität zu setzen, systematisch
vorzugehen und einen gesunden Realismus zu praktizieren.
Gleich zu Anfang seines knapp 90-minütigen, rhetorisch
perfekten Vortrags, wies Janwillem C. Acket darauf hin, dass
es in Sachen wirtschaftlicher Entwicklung derzeit keine klare
Sicht der Dinge gebe: «Das ist ein unmissverständliches
Zeichen für die grosse Verunsicherung, in der wir uns alle befinden.»
Diese Verunsicherung ortete Acket vor allem auf vier
Ebenen: Unternehmen (Stichworte: Enron-Skandal, Abzocker,
Führungskrise), Politik (Irak-Krieg), Medizin (Sars, Aids)
und Konjunktur. Auf Letztere ging der Wirtschaftsexperte
detailliert ein. Er beschrieb die schwierige globale Situation
und wies auf die wichtige Rolle der USA als «Konjunkturlokomotive» hin.
Konsumentenstimmung und Export
Für die Lage hierzulande konzentrierte sich Acket auf zwei
Punkte: Erstens beschrieb er die Konsumentenstimmung, die sich
seit 1978 auf einem neuen Tiefststand befindet. «Ist die
Stimmung schlecht», sagte der Banker, «halten sich die
Leute beim Konsum zurück, was sich negativ auf die
gesamtwirtschaftliche Entwicklung auswirkt.»
Zweitens ist die Schweizer Wirtschaft stark vom Export und
damit von der konjunkturellen Entwicklung im Ausland
abhängig. «Wir müssen unsere Abhängigkeit von Ländern wie
Deutschland abbauen, in denen die Wirtschaft nur langsam
wächst, und uns dynamischeren Märkten zuwenden.»
Gesunder Realismus
Acket wagte auch einen Ausblick in die Zukunft:
«Konjunkturell gesehen wird das Jahr 2003 eine
Übergangsphase sein. Eine langsame Erholung, verbunden
mit einem zaghaften Aufschwung setzt frühestens in der
zweiten Jahreshälfte 2004 ein.» So oder so dürfe man
im Moment aber keine Wachstumsperspektiven erwarten, wie
dies auf breiter Ebene in den 80-er und 90-er Jahren der
Fall gewesen sei: «Es ist vielmehr ein gesunder Realismus angesagt.» |
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Nach dem Vortrag stiessen Bruno
Reichmuth (l.), stv. Direktor der Sparkasse Schwyz, und
Referent Janwillem C. Acket, Chefökonom der Julius Bär
Gruppe, beim Apéro auf den (hoffentlich bald
einsetzenden) wirtschaftlichen Aufschwung an |
Wertvolle Tipps für Anlagegeschäfte
Gegen Ende dieses packenden Börsenapéros gab der Ökonom
der Zuhörerschaft einige Ratschläge für das Verhalten bei
Anlagegeschäften mit auf den Weg: «Setzen Sie bei allen
Vermögensanlagen auf Qualität und lassen Sie sich vorgängig
gründlich beraten.» Um das Risiko zu optimieren, sei eine
Diversifikation unumgänglich, was den Einstieg in Fonds
überlegenswert mache. Des weiteren müsse die individuelle
Risikobereitschaft gut abgeklärt werden: «Bei Ihren
Entscheiden sollten Sie Kopf und Bauch, d. h. Verstand und Gefühl in Einklang bringen.»
Wichtig sei – gerade in der aktuell unsicheren
Börsensituation – das Vermeiden von Panikreaktionen.
«Bleiben Sie bei allfälligen Buchverlusten geduldig und
realisieren Sie Gewinne regelmässig.» Die Zeit sei günstig,
so Acket, in fundamental unterbewertete Titel zu investieren.
«Dabei sollten Sie unbedingt methodisch vorgehen», warnte
er, «lieber immer wieder kleinere Beträge einsetzen als auf einen Schlag grosse Summen loswerden.»
Zu guter Letzt verriet Acket dem Plenum eine Faustregel,
«die ich selbst auch beherzige»: Man zieht das Lebensalter
von 100 ab und erhält so den Prozentsatz, den man maximal in Aktien anlegen sollte.
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