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9. Börsen-Apéro der Sparkasse Schwyz
mit Kurt Strittmatter und Urs Brunner

Die Börse im aktuellen Wirtschaftsumfeld
Rückblick und Aussichten

Am Donnerstagabend, 18. April 2002,  offerierte die Sparkasse Schwyz im MythenForum Schwyz zum neunten Mal einen sksBörsenapéro. Die rund 160 Anwesenden waren begeistert von den erstklassigen Börseninformationen und handfesten Aktientipps, die ihnen Kurt Strittmatter und Urs Brunner von der Zürcher Privatbank Rahn & Bodmer an diesem Abend gaben.

«Das Geschehen an der Börse wird von der Psychologie und Phantasie der Teilnehmenden beeinflusst», sagte Kurt Strittmatter zur Einführung über das Börsengeschäft. Als langjähriger Ringhändler und jetziger Direktor der renommierten Zürcher Privatbank Rahn & Bodmer weiss er, wovon er spricht: «Die Börsenbewertungen sind nie marktkonform – entweder sind sie zu hoch oder zu niedrig. Aber das macht die Sache ja so spannend.»

Diese These untermauerte Urs Brunner, Leiter Finanzanalyse bei Rahn & Bodmer, mit zahlreichen Grafiken und Tabellen. Er informierte zunächst über die Grosswetterlage an den Börsen, vor allem in den USA. Hier sieht Brunner einen gewissen wirtschaftlichen Aufschwung sowie eine zaghaft steigende Konsumnachfrage. Für die Schweiz prognostiziert er eine Konjunkturerholung, die im Einklang mit der europäischen Wirtschaftsentwicklung steht. Ausserdem werde sich hierzulande das Konsumklima weiter verbessern.

Referent Urs Brunner, Sparkasse-Vizedirektor Bruno Reichmuth, sks-Vermögensverwaltungs-Direktor Peter O. Burkhard und Referent Kurt Strittmatter anlässlich des 9. sksBörsenaperos

Nach dem ebenso informativen wie begeisternden Vortrag ging das Gespräch über das Börsengeschehen im Foyer des MythenForum Schwyz beim Apéro weiter: (vorne v. l. n. r.) Referent Urs Brunner, Sparkasse-Vizedirektor Bruno Reichmuth, sks-Vermögensverwaltungs-Direktor Peter O. Burkhard und Referent Kurt Strittmatter

 

Obligationen oder Aktien?

Nach dieser allgemeinen Auslegeordnung wurden die beiden Börsenexperten dann konkreter. Zunächst widmeten sie sich dem Verhältnis zwischen Obligationen und Aktien. «Weil wir im 2. Semester dieses Jahres eventuell eine leichte Zinsanhebung erwarten dürfen, sollten bei den Obligationen keine lange Laufzeiten gewählt und auf Qualität gesetzt werden», meinte Brunner. Was die Aktien betrifft, so pendeln sich die Kurse nach einer vor allem im Technologiebereich überhitzten Phase wieder auf «fairem Bewertungsniveau» ein. Brunners Fazit: «Obligationen sind nicht mehr attraktiver als Aktien. Letztere warfen in den letzten 50 Jahren eine jährliche Durchschnittsrendite von acht Prozent ab.

Kurze Laufzeit = hohes Risiko

«Wer Aktien kauft, nimmt je nach Anlagehorizont grössere oder kleinere finanzielle Risiken auf sich», so Brunner. Bei einem Anlagehorizont von zwölf Monaten bewegt sich die Verlust-/Gewinn-Spannbreite der letzen 26 Jahre zwischen -30 und +53 Prozent. Bei einer fünfjährigen Laufzeit pendelt dieser Wert nur noch zwischen –6 bis +26% pro Jahr. Geht man gar von 20 Jahren aus, darf mit einem positiven Saldo rechnen, der jährlich zwischen +2.4 und +14.4% liegt.

Handfeste Aktientipps

Schliesslich präsentierten Strittmatter und Brunner eine Liste mit ihren auf dem Schweizer Börsenplatz gehandelten Favoriten. Zu den besten Blue Chips zählen sie momentan die Werte von Novartis, UBS, Swatch, Swiss Re, Nestlé und Adecco.

Wer Geduld, d. h. einen langfristigen Anlagehorizont hat, sollte sein Depot gemäss den Rahn & Bodmer-Fachleuten mit Nebenwerten wie Logitech, Tecan, Micronas, Kaba, Lindt & Sprüngli oder Leica Geosystems ergänzen.

Am Ende kamen auch noch eher risikobehaftete Titel zur Sprache. Aktien von Schindler, Ascom, Georg Fischer oder Bossard befinden sich derzeit preislich in einer günstigen Phase und haben darum den Charakter von Schnäppchen.

Im Anschluss an den anderthalbstündigen Vortrag, der in jeder Beziehung zu den besten im Rahmen der bisher durchgeführten sksBörsenapéros gehörte, wünschten die Anwesenden im Plenum von den Referenten weitere Hinweise zu einzelnen Aktientiteln. Als jemand nach den Aussichten für Gold fragte, meinte Strittmatter salopp: «Gold gehört an den Hals einer Dame, aber nicht ins Aktiendepot.»