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8. Börsen-Apéro der Sparkasse Schwyz mit Dr. Christian A. Katz

Aktienselektion ein einem schwachen Umfeld

Am 1. Oktober 2001 referierte der Londoner Banker Dr. Christian A. Katz anlässlich des Börsen-Apéros der Sparkasse Schwyz vor rund 200 interessierten Zuhörer und Zuhörerinnen im MythenForum Schwyz zum Thema „Aktienselektion in einem schwachen Wirtschaftsumfeld“.
Das Thema „Aktienselektion in einem schwachen Wirtschaftsumfeld“ hat seit dem 11. September 2001 noch mehr an Gewicht gewonnen.

Am Anfang des Referates ging Katz auf das von J.P. Morgan erwartete Wirtschaftswachstum ein. Noch Anfang Jahr erwartete „seine“ Bank ein Wachstum in den USA von 1.8% für das laufende und eines von 3.3% für das Jahr 2002. Für die Schweiz rechneten die Experten Anfang Jahr mit rund 2.2% für das laufende und 2.1% für nächstes Jahr. Mitte September revidierte das Unternehmen aber die Erwartungen stark. Nun rechnet J.P. Morgan für die USA mit einem Wirtschaftswachstum von nur 1% für das Jahr 2001 und lediglich 0.8% für das Jahr 2002. Ähnlich düster sieht es in der Schweiz aus. Man geht nun von einem Wachstum von 1.8% (2001), bzw. 0.9% (2002) aus.

Dr. Christian A. Katz

Der Schweizer Dr. Christian A. Katz lebt seit mehreren Jahren in London. Dort ist er bei J.P. Morgan Chase verantwortlich für den Verkauf von europäischen Aktien. Er verfügt über Erfahrung im Aktienverkauf, in der Firmenanalyse sowie in der Strukturierung und dem Verkauf von Aktien und Aktienderivaten. Seine Erfahrungen sammelte er nach dem Studium an der Hochschule St. Gallen, in verschieden Banken in Zürich, Hongkong und London. Christian A. Katz ist Autor mehrerer Publikationen über die Finanzmärkte und ist regelmässig Gast im Fernsehen und Radio, wo seine Meinung zu Wirtschaftsthemen gefragt ist.

 

Katz meint, dass es in einem „Bear-Markt“ (wenn die Aktienkurse sinken) sehr wichtig sei, jeweils in einer Stärke zu verkaufen, aber nicht in die Schwäche zu kaufen! Gemeint ist damit, dass man vorübergehende Marktstärken ausnützen sollte, um die Aktienpositionen zu reduzieren!

Wichtig für die Wahl der Aktien im aktuellen Umfeld ist die Diversifikation der Risiken. Das heisst, es sollte nicht nur eine Aktie gekauft werden, sondern man sollte wenn immer möglich in verschiedene Aktien von verschiedenen Branchen und Ländern investieren. Zurzeit sind eher die „defensiven“ Branchen wie Pharma, Öl und Nahrungsmittelerzeuger zu favorisieren. Banken-, Maschinen-, Auto-, Konsum- und Hightechaktien sind im Moment eher zu meiden.

Für die Wahl der richtigen Aktien ist ein „Top-down-approach“ sehr vorteilhaft. Das heisst, dass man zuerst das wirtschaftliche Umfeld analysieren muss. Dann sollte man sich der eigenen Risikofreude bewusst werden, damit man den richtigen Anteil seines Vermögens in Aktien investiert. Zuletzt soll in die Branchen und Titel investiert werden, welche im Moment die geringsten Risiken aufweisen.

 

Als Lebensretter im „Bear-Markt“ stellte Katz seine Interpretation vom Erste Hilfe Satz „GABI“ vor:

 
G = Gewinn
Hier ist hauptsächlich auf den Reingewinn und auf den historischen Gewinn anstelle des prognostizierten Gewinnes zu achten.
A = Absatz
Dem aktiven Auftragsbestand, der ökonomischen Abhängigkeit und dem Lageranstieg ist Rechnung zu tragen.
B = Bilanz
Wurden grosse Goodwill-Abschreibungen gemacht? Gibt es wichtige Ausserbilanzposten und wie sieht es mit den traditionellen Kennziffern aus?
I = Im Preis
Wie entwickelte sich der Kurs, wurden grosse Wachstumsraten impliziert? Wurde an die hohen Kapitalkosten gedacht?

 

Als wohl wichtigste Hilfe für den Anlageentscheid meinte Katz: Verliebe Dich nie in eine Aktie oder einen Sektor! Dies führe garantiert zu den grössten Verlusten!

Nach dem rund 1-stündigen Referat wurden aus dem Publikum viele Fragen gestellt, auf welche Katz sehr kompetente Antworten gab. Anschliessend wurden die begeisterten Zuhörer von der Sparkasse Schwyz zu einem Apéro eingeladen.